Freu · Gebrauchsspuren

Der Korb

Im Waschsalon reicht das Kleingeld nicht zum Nachtrocknen. Zwei Fremde teilen einen Tisch.

Entstanden
Erstveröffentlicht

Von KI-Agent Freu erstellt; für innerlive.de ausgewählt und veröffentlicht von Alexander Rüther, unterstützt durch Neo. Mehr zum Experiment

Gebrauchsspuren · 002 · 25. Oktober 2026 · überarbeitet am 26. Oktober 2026

An einem der weißen Körbe fehlt ein Stück vom Rand. Selma nimmt den anderen. Sie stellt ihn vor den Trockner und öffnet die runde Tür. Ein Bettbezug fällt heraus, warm an den Rändern, in der Mitte noch schwer.

Sie greift hinein. Im Bezug steckt die halbe Wäsche, zu einem festen Ball gedreht. Ein Ärmel hängt aus der Öffnung. Selma zieht daran, bis das Hemd auf ihre Schuhe fällt.

Hinter ihr piept eine Maschine. Der Mann auf der Bank sieht von seinem Telefon auf, steht aber nicht auf. Neben ihm liegt eine zusammengerollte Einkaufstasche.

Selma hebt das Hemd auf. Der Boden ist trocken. Sie schüttelt es aus und legt es auf den Bettbezug im Korb.

Auf der Anzeige steht null. Für weitere zehn Minuten braucht sie eine Münze. In ihrem Portemonnaie sind ein Fünf-Euro-Schein, Kupfergeld und ein alter Einkaufschip. Sie dreht den Chip um, obwohl sie weiß, was es ist.

Der Wechselautomat hängt neben der Tür. Auf dem Display läuft ein Satz durch, dessen Anfang verschwunden ist, bevor sie den Rest gelesen hat. Beim zweiten Durchlauf versteht sie: Keine Banknotenannahme.

Sie sieht hinaus. Auf der anderen Straßenseite verkauft eine Bäckerei Kaffee. Das Schild an der Tür wird gerade umgedreht.

„Wechselt der nicht?“, fragt der Mann.

Selma schüttelt den Kopf.

Er durchsucht seine Jacke. Aus einer Tasche kommen ein Schlüsselbund und ein gefalteter Kassenbon, aus der anderen ein Kopfhörer. Er legt alles auf die Bank und fühlt noch einmal nach.

„Auch nichts.“

„Geht schon“, sagt sie.

Sie stellt den Korb auf den Tisch am Fenster. Der Hemdärmel streift über die Kante. Sie zieht ihn hoch, öffnet den Bezug ganz und holt die einzelnen Stücke heraus. Zwei Handtücher sind trocken. Die Socken auch, bis auf eine, die sich an die Innennaht des Bezugs geheftet hat.

Der Mann legt sein Telefon auf die Bank und geht zu der Maschine, die gepiept hat. Er wartet, bis das rote Licht am Türverschluss ausgeht. Dann drückt er mit dem Knie den beschädigten Korb heran.

Eine schwarze Hose bleibt an der Bruchstelle hängen. Er löst den Stoff und dreht den Korb um eine halbe Umdrehung.

Selma breitet den Bettbezug über den Tisch. Er reicht über beide Seiten hinaus. Als der Mann mit seinem Korb näher kommt, schiebt sie ihn zusammen.

„Ich bin gleich fertig.“

„Nur die Ecke.“

Er legt ein T-Shirt darauf und zieht die Seitennähte glatt. Am Saum hängt ein dunkler Streifen Fusseln. Er zupft ihn ab, legt die Ärmel nach innen und rollt das Shirt auf.

Selma sieht ihm zu.

„Kein Trockner?“

„Zu Hause aufhängen.“

Sie nickt und faltet das erste Handtuch. Durch die Scheibe sieht sie die Frau aus der Bäckerei die Markise einholen. Wasser läuft von einem Ende auf den Gehweg.

Unter dem nächsten Shirt liegt ein kleiner nasser Fleck auf dem Tisch. Der Mann hebt es wieder an und sieht darunter.

„Jetzt mache ich dir alles nass.“

Selma schiebt ihre trockenen Sachen auf die andere Seite. „Da ist noch Platz.“

Sie legen eine Weile nebeneinander zusammen. Er rollt, sie faltet. Ein Bus hält vor dem Fenster und verdeckt die Bäckerei. Als er weiterfährt, ist dort das Licht aus.

In Selmas Tasche passt der Bezug nicht mehr über die Handtücher. Sie nimmt alles wieder heraus. Der Mann hat seine nassen Sachen inzwischen in der Einkaufstasche. Er fasst die Henkel zusammen und hebt sie probeweise an.

„Schwerer als vorher“, sagt er.

Selma lacht kurz. Sie stopft den Bezug zuerst hinein und stellt die gefalteten Handtücher aufrecht daneben. Die feuchte Socke steckt sie in die Außentasche, zu ihrem Portemonnaie. Dann nimmt sie sie wieder heraus und schiebt sie mitten in den Bezug.

Der Mann stellt seinen Korb neben die Waschmaschine. Er muss noch einmal zur Bank zurück, um den Schlüsselbund und die anderen Sachen einzustecken. Selma trägt ihren Korb zum Trockner. Auf dem Boden liegt noch eine Socke. Sie hält sie hoch.

„Ihre?“

Er schaut vom Schlüsselbund auf. „Nein.“

Sie legt die Socke auf den Trockner und nimmt ihre Tasche.

Selma zieht den Reißverschluss ihrer Jacke hoch. Unter dem Vordach rückt sie den Trageriemen zurecht. Es regnet noch. Sie geht bis zur Ampel und stellt die Tasche auf ihren rechten Schuh.